Comedian im nordbuzz-Interview

Matze Knop: „Wenn Pizarro bis 50 durchhält, lasse ich die Perücke anfertigen“

Mit seinem Programm „Diagnose dicke Hose“ tritt Matze Knop am 13. November, 19 Uhr, im Modernes in Bremen auf.

Wenn der Comedian Matze Knop die Größen der Fußball-Welt parodiert, bleibt meist kein Auge trocken. Ob als Franz Beckenbauer, Luca Toni oder Pep Guardiola: Die Lacher sind dem sympathischen Entertainer sicher. nordbuzz hat mit Knop über seine Parodien, das Bühnenprogramm und natürlich Werder Bremen gesprochen.

nordbuzz: Die Fußball-Sommerpause ist zu Ende. Musstest Du als Comedian eigentlich auch ins Trainingslager fahren, damit die Parodien zur neuen Saison richtig sitzen?

Matze Knop: Auf jeden Fall. Ich bin zwar Stand-Up-Comedian, aber letztlich auch ein Sportler, also ein Zungen- und Stimmensportler. Für den gelten dieselben Regeln wie für Fußballer.

nordbuzz: Pep Guardiola ist jetzt in England, dafür hat der Italiener Carlo Ancelotti bei den Bayern das Kommando als Trainer übernommen. Was überwiegt: Die Trauer über den Wegfall einer Paraderolle oder der Spaß an der neuen Herausforderung?

Knop: Beides. Es ist immer schade, wenn eine bei mir etablierte Figur die Bühne verlässt. Andererseits ist das Neue immer spannend und hält das Produkt Matze Knop frisch. Natürlich gehört da immer eine Menge Arbeit und Einfühlungsvermögen dazu, sich die neue Parodie draufzuschaffen. Aber ich schaffe es auch dieses Mal.

„Viktor Skripnik würde sich eignen“

nordbuzz: Wie lange dauert es denn, bis eine Parodie bühnenreif sitzt?

Knop: Bis ich sie frei sprechen kann, ohne Text und Souffleur (lacht) gehen schon mal ein paar Monate ins Land. In einer Rolle etwas mit dem Publikum live, also spontan zu machen, ist sicherlich eine der größten Herausforderungen. Wenn’s klappt, aber sehr genial.

nordbuzz: Werder Bremen ist bei Dir chronisch unterrepräsentiert. Wer würde sich am ehesten eignen?

Knop: Trainer Viktor Skripnik wäre auf jeden Fall einer. Oder vielleicht auch Clemens Fritz, der ist schon lange genug dabei. Oder Claudio Pizarro. Hätte ich vor fünf Jahren gewusst, wie lange er spielt, hätte ich den schon längst ins Programm aufgenommen. Wenn er mir verspricht, dass er bis 50 durchhält, lasse ich die Perücke anfertigen.

nordbuzz: Und hast Du schon ganz konkret Fußballer im Blick, die künftig von Dir aufs Korn genommen werden?

Knop: Das weiß ich noch nicht. Das hängt von den Ereignissen der nächsten Wochen und Monaten ab, ob sich jemand herauskristallisiert, den man noch nicht auf dem Zettel hat. Gemäß dem Motto meiner Show „Diagnose dicke Hose“ konzentriere ich mich da meist auf die besten und erfolgreichsten.

„Dante als Dante treffen - das hat Spaß gemacht“

nordbuzz: Welche Voraussetzungen muss ein Sportler noch erfüllen, damit er es in Dein Programm schafft?

Knop: Man muss ihn kennen, er muss Ecken und Kanten haben, bei einem Verein spielen, der in der Tabelle relevant ist. Und wenn er dann noch gut Fußball spielt, steigen die Chancen enorm.

nordbuzz: Hat sich schon mal jemand beschwert über seinen "Doppelgänger"?

Knop: Nein. Bisher haben sich alle nur positiv geäußert. Ich hab noch nicht mit allen sprechen können, einige kenne ich aber persönlich. Vor einem dreiviertel Jahr konnte ich in Wolfsburg Dante als Dante treffen. Das hat super viel Spaß gemacht. Ist ein sehr netter Typ mit jede Menge Humor. Den Clip gibt’s auch im Live-Programm zu sehen.

nordbuzz: Welche Rolle spielst Du auf der Bühne am liebsten?

Knop: Ich habe keine Lieblingsrolle. Die Abwechslung ist das Spannende. Neben den Rollen bin ich aber auch ganz gerne mal ich selbst. Außerhalb der Parodien ist die Authentizität für einen Comedian auch sehr wichtig. Dafür muss ich die Rollen dann auch mal ablegen und als Matze Knop überzeugen.

nordbuzz: Gibt es eine Nummer, die beim Publikum immer zieht?

Knop: Der Kaiser (Franz Beckenbauer, Anm. d. Red.) ist meine Allzweckwaffe. Den kennt jeder und der ist überall beliebt. Aber auch Cristiano Ronaldo hat nach dem Gewinn der EM an Beliebtheit gewonnen. Und den Supa Richie, den lieben die Leute sowieso.

„Ich hoffe, ich habe den echten Michael Jackson gesehen“

nordbuzz: Kannst Du eigentlich ganz entspannt Fußball gucken, ohne darüber nachzudenken, was Du vielleicht auf der Bühne verwursten könntest?

Knop: Das passiert nebenbei, ganz automatisch. Ein Auge sieht das Spiel und bedient den Fußballfan Matze Knop. Das andere Auge ist für den Fußballexperten und Parodisten Matze Knop zuständig.

nordbuzz: Hast Du einen besonderen Bezug zu Bremen, irgendein kurioses Erlebnis oder einen besonderen Auftritt?

Knop: Die Auftritte in Bremen waren bis jetzt immer Hammer. Das Bremer Publikum ist locker und relaxt und sie mögen meine Shows sehr. Wir waren hier schon mehrfach ausverkauft. Da steht es natürlich außer Frage, dass Bremen immer auf dem Tourplan stehen muss. Außerdem hab ich im Bremer Weser-Stadion vor gefühlten 150 Jahren einmal Michael Jackson gesehen. Das war ein Erlebnis. Ich hoffe, es war der echte.

nordbuzz: Am 13. November kommst Du ins Bremer Modernes. Bereitest Du Dich speziell auf die Städte vor, in denen Du einen Auftritt hast?

Knop: Selbstverständlich. Im Fall von Bremen fällt mir das nicht schwer, weil ich schon oft da war. Ich habe aber auch viele Bekannte und Freunde, die in Bremen und Umgebung wohnen. Von denen bekomme ich Tipps. Außerdem hab ich Werder natürlich immer im Blick.

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