CityWave: Brennende Oberschenkel inklusive

Selbstversuch auf der trockenen Welle: Surfen mal anders

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Der Contest um die bessere Haltungsnote auf der CityWave-Anlage ging klar an den Mann mit der Mütze.

Gehässig war er, der Kollege Chef. „Fahrt da mal schön hin und legt euch ordentlich auf die Fresse“, hat er mit einem Augenzwinkern gesagt. „Das darf ruhig ein bisschen wehtun.“ Aber mit unseren Skills auf der CityWave-Anlage an der Waterfront hat er nicht gerechnet. Und war im Nachhinein neidisch, nicht mit dabei gewesen zu sein. Ein Selbstversuch auf der wasserlosen Welle.

Pünktlich um 12 Uhr wirft Christian Jacobsen, Teamleiter der Anlage, den Bürstenteppich an. Die künstliche Wasserwand ohne Wasser beginnt zu rotieren und erinnert irgendwie an eine Autowaschanlage. Jetzt wird es spannend, nach einer kurzen Einweisung geht es aufs Brett. Wobei, im Wellenreiter-Jargon würde man wohl eher von einer Gummisau sprechen. Aber für den durchschnittlichen Anfänger ist das wohl auch besser so.

In der Theorie hört sich die ganze Sache recht einfach an. Das hintere Bein belasten bedeutet, die Welle hochzufahren, wird das Gewicht nach vorne verlagert, geht es die Welle wieder runter. Soweit die Basics.

Im hohen Bogen vom Brett

Ich stelle mich aufs Brett. Ganz schon wackelig, die Angelegenheit. Und das, obwohl Christian den Bürstenteppich für den Einstieg ausgeschaltet hat. Und besser wird es auch nicht, als er auf den Startknopf drückt. Aber ich stehe stabil, tief in der Hocke, und halte angespannt das Gleichgewicht. Offenkundig zu angespannt.

Nach vielleicht 20 Sekunden brennt mein Oberschenkel vom hinteren Bein dermaßen, dass ich die Konzentration verliere. Im hohen Bogen falle ich vom Brett, fange den Sturz aber mit einer gekonnten Rückwärtsrolle auf. Doch davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Gleich nochmal. Wenn ich vor Anstrengung nur nicht so zittern würde. Was ist denn los mit mir? Ein bisschen Training würde zur Abwechslung wohl mal wieder ganz gut tun.

Aber schnell setzt der Lernerfolg ein. Beim zweiten Mal stehe ich schon viel entspannter auf dem Brett, versuche sogar, kleine Kurven nach rechts und links zu fahren. Nicht wirklich professionell, aber immerhin.

Zeit, dass mein Mitstreiter Joschka sein Talent unter Beweis stellt. Und das tut er dann auch, wie ich neidlos anerkennen muss. Er hat den Bogen viel schneller raus als ich. Glücklicherweise geht ihm fast ebenso schnell die Puste aus wie mir, den innerbetrieblichen Contest hat er allerdings trotzdem gewonnen. Was bleibt, ist, neben der Erkenntnis, wieder mehr Sport machen zu müssen: Die CityWave macht einfach richtig viel Spaß.

Ihr wollt den Ritt auf dem Bürstenteppich auch ausprobieren? Montags bis samstags zwischen 12 und 20 Uhr habt Ihr an der Waterfront die Chance dazu. Und wenn Ihr echte Skater- und/oder Boarder-Cracks seid, solltet Ihr beim CityWave-Cup mitmachen. Das Qualifying findet am Freitag, 22. Juli, von 16 bis 20 Uhr, statt. Einen Tag später am Samstag zwischen 14 und 17 Uhr steigt dann das Finale. Es geht um Preise im Gesamtwert von 2.500 Euro.

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