Fahren, laufen, schippern

nordbuzz-Touri-Test: Stadttouren durch Bremen

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Rudolf Teschke fährt Euch gut gelaunt durch Bremen.

Jeder kennt sie und hat mindestens eine schon mal mitgemacht: Touristen-Touren. Ob zu Fuß, per Rad oder Schiff - bei solchen Attraktionen scheiden sich die Geister. So stehen die einen auf Trips mit einer großen Portion an Informationen rund um die Stadt, die anderen wünschen sich eine schöne Aussicht und eine leckere Tasse Kaffee. Wir haben uns drei der Bremer Stadttouren angenommen und für Euch getestet. Eine der Touren könnt Ihr selbst ausprobieren, denn wir verlosen Tickets.

Perfekt für Eilige, Faule und Neubremer: Die Minibus-Tour

"Ich hör unterwegs immer ganz gern Schlager" grinst Rudolf Teschke, der Fahrer des Minibusses schelmisch bevor er den Motor anwirft und die Kurztour durch die Bremer Innenstadt startet. Das sorgt schon mal für einen kurzen Schockmoment bei allen Mitfahrenden. Vom Band kommen dann natürlich keine Schlager, sondern Infos über Bremen.

Rudolf Teschke fährt Euch gut gelaunt durch Bremen.

Die Fahrt geht vorbei an allen großen Sehenswürdigkeiten der Hansestadt. Dazu gibt es harte Fakten und unterhaltsame Anekdoten. So erfährt man etwa, wie der Schüsselkorb zu seinem Namen kam oder warum das Neandertal vermutlich nach einem Bremer benannt wurde. Einziges Manko: Der Bus ist zwar klein aber nicht klein genug, um alle Sehenswürdigkeiten zu erfahren. An der Böttcherstraße und den Sträßchen im Schnoor fährt man tatsächlich nur vorbei und nicht hindurch. 

Trotzdem ist die kurze Tour für alle zu empfehlen, die es eilig haben oder Inspiration für ihren Städtetrip brauchen. Denn unterwegs gibt es allerlei Empfehlungen und Ausgehtipps. Tipp: Jacke einpacken. Der Bus fährt zwar nicht besonder schnell aber es kann ein bisschen windig werden.

Preis: 6,90€ für Erwachsene, 3,90€ für Kinder 

Dauer: 35 Minuten 

Termine: Täglich ab 10 Uhr 

Spaßfaktor: Dank des bewundernswert gut gelaunten Busfahrers Rudolf wird man nebenbei ganz gut unterhalten. 

Infodichte: Maximale Zahl an Infos in kürzester Zeit 

Spannend für Bremer: Passt vor allem, wenn Ihr Besuch habt und eine schnelle Stadttour einschieben wollt, bei der der Besuch bestens informiert wird und Ihr noch ein paar nette Geschichten über Eure Heimat erfahrt.

Zum Lernen, Lachen und Loben: Die zweistündige Stadtführung 

Erich Bontenackles in seinem Element

Nach einer kurzen Begrüßung in der Tourist-Information führt Guide Erich Bontenackles uns direkt ins Wohnzimmer Bremens. Zwischen Dom, Rathaus und Bürgerschaft gibt's die ersten Facts zur Geschichte der imposanten Gebäude. Dabei wird schon nach wenigen Sätzen klar: der Mann kennt sich aus! Und er macht seinen Job ziemlich gut. So berichtet er vom Rathaus als "Karstadt des Mittelalters" und verrät warum der Roland so gewitzt dreinschaut. Natürlich darf ein Gang zu den Stadtmusikanten auch nicht fehlen. Doch statt nur der üblichen Entstehungsgeschichte rund um die Vierbeiner, spickt Erich seine Erklärungen mit einer ordentlichen Portion Bremer Humor:"Hier gibt ein Esel dem anderen die Hand". Weiter geht's zur Liebfrauenkirche, vorbei am Ratskeller und dem berühmten Spuck-Stein bis hin zum Schnoorviertel, bevor die Tour an der Weser endet. 

Fazit des Trips: Die Stadtführung mit Erich Bontenackles macht wirklich Laune. Der pensionierte Lehrer versteht nicht nur sein Handwerk, sondern hat auch die ein oder andere Insiderstory im Gepäck. Tipp: Kleingeld einpacken, um eine der Bremer Attraktionen gleich selbst ausprobieren zu können.      

Preis: 7,50€ für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre in Begleitung frei

Dauer: ca. 2 Stunden

Termine: Täglich 14 Uhr, Samstags auch um 11 Uhr

Spaßfaktor: Mit seinem Bremer Humor sorgt Tour-Guide Erich für so einige Schmunzel-Momente.

Infodichte:Bei der Tour kommen sowohl passionierte Historiker als auch der Otto-Normal-Touri auf ihre Kosten.

Spannend für Bremer: Wer einen besonderen Blick in die Liebfrauenkirche erhalten möchte, ist bei der Stadtführung richtig aufgehoben.

Für die entspannten Gemüter: Die Hafenrundfahrt

Mit einem ordentlichen Rumms dockt Kapitän Limborg das Touristenschiff an den Martinianleger an und bringt die bereits wartende Menge zum Schaukeln. „Habt ihr mir etwas mitgebracht?", fragt die freundliche Servicekraft die Touristen-Truppe bevor sie alle Gäste an Bord lässt. Zur Auswahl stehen gemütliche Tische mit weißer Tischdecke im Innenbereich oder ein Platz an der frischen Luft an Deck. 

Sonnige Aussichten auf der Weser.

Parallel zur Begrüßung per Mikrofon setzt Kapitän Limborg den Kahn in Gang Richtung Nordsee. Es folgen eingestreute Informationen rund um die Bremer Häfen und Sehenswürdigkeiten. Erfrischendes Gimmick zum Schmunzeln: der sympathische niederländische Akzent des Schiffsführers. Dieser erzählt nicht nur von den obligatorischen Eckdaten, sondern verrät zum Beispiel auch, was der Seemanns-Begriff „GRAS“ bedeutet und wofür eine Flüstertüte auf der Weser gut war. 

Die Schifffahrt führt bis zum Neustädter Hafen und ist vor allem für Familien zu empfehlen. Als Student reißt man den Altersdurchschnitt schon etwas nach unten, kann aber bei sonnigem Wetter auch eine nette Fahrt erleben und einmal den typischen Kelloggs-Geruch aus der Fabrik schnuppern. Tipp für empfindliche Gemüter: besser eine wetterfeste Jacke einpacken, denn an Deck kann es ganz schön windig werden. 

Preis: Erwachsene 10,50€, Kinder 6,20€

Dauer: ca. 75 Minuten

Termine: Montag bis Sonntag (Mai bis September): 10.15, 11.45, 13.30, 15.15, 16.45 Uhr

Spaßfaktor: Wenn die Sonne scheint und der Kapitän ein wenig aus dem Seemannsgarn-Kästchen plaudert, werden schon ein paar Glückshormone ausgeschüttet. 

Infodichte: Auf der Fahrt gibt es Informationen zur Hafengeschichte und den an der Weser liegenden Sehenswürdigkeiten.

Spannend für Bremer: Die Tour eignet sich vor allem für Familien, um entspannt über die Weser zu schippern und dabei einen Einblick in die Häfen zu erhaschen. 

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