Erotik, Kulinarisches & Abenteuer  

nordbuzz-Touri-Test: Stadttouren durch Oldenburg

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Jeder kennt sie und hat mindestens eine schon mal mitgemacht: Touristen-Touren. Ob zu Fuß, per Rad oder Schiff - bei solchen Attraktionen scheiden sich die Geister. So stehen die einen auf Trips mit einer großen Portion an Informationen rund um die Stadt, die anderen wünschen sich eine schöne Aussicht und eine leckere Tasse Kaffee. Wir haben uns drei der Oldenburger Stadttouren angenommen und für Euch getestet.

Auf High Heels: Die Gina Solera Tour 

Bei der reizenden Stadtführung plaudert Dragqueen Gina Solera über Oldenburgs Erotik-Viertel.

Eine pinke, toupierte Perücke, Blümchen-Pumps und glitzernder Lippenstift – allein die Stadtführerin an sich zieht auf den Oldenburger Straßen alle Blicke auf sich: Dragqueen Gina Solera. „Hallöchen“, ruft uns die Travestie-Künstlerin entgegen, als sie unsere Truppe von rund 16 Leuten auf der Kaiserstraße in der Huntestadt begrüßt. Zum Einstieg gibt’s erstmal einen Schnaps: kleine Fläschchen mit süßen, pinken Spirituosen werden durchgereicht. Es folgt eine kurze „Kartenkontrolle“, dann geht es los. Doch wer einen Puff-Rundgang erwartet, liegt falsch. „Seitdem der Erotik-Shop am Bahnhof dicht gemacht hat, bleibt nur noch das „Pornöchen. Aber hier sind keine Frauen erwünscht“, erzählt uns Gina. Übrigens: Wie ein Studentenjob in diesem Erotik-Laden aussieht, erfahrt Ihr im nordbuzz-Interview. Die Dragqueen kennt sich in der Szene sehr gut aus. Mit Infos übers städtische Angebot und Preise sorgt sie bei einigen Teilnehmern schon für eine leichte Wangenröte. Ihre Schwulen-Witze und derben Sprüche treiben die ausgelassene Stimmung zudem voran. 

Selfie-Time für Dragqueen Gina Solera.

Zu Fuß geht es vorbei am Hafen Richtung Innenstadt. Dort zeigt Gina uns ihre Lieblings-Gastronomien und serviert kleine Leckereien zum Probieren. Bei einem Glas Hugo erzählt die Dragqueen von ihren Anfängen: „Bei meinen ersten Touren war ich noch sehr nervös. Mit den Jahren bin ich viel sicherer geworden.“ Das merkt man auch auf ihrer Tour. Mit jeder Menge Insiderwissen und dem richtigen Gespür für die Gruppe beschert die Dragqueen den Interessierten eine lockere Stadtführung vom Erotik-Viertel durch die Innenstadt bis hin zu ihrem Lieblings-Mexikaner. Tipp: Die Dragqueen kann auch für Junggesellenabschiede gebucht werden und plant im nächsten Jahr Hafenrundfahrten in Oldenburg anzubieten. Wie Gina Solera von Beruf Frau geworden ist, erfahrt Ihr im nordbuzz-Interview mit der Dragqueen.    

Preis: 18 Euro 

Dauer: 2.5 Stunden 

Termine: Jeden zweiten Samstag und dritten Freitag im Monat. Anmeldung erforderlich. 

Spaßfaktor: Schnaps, kleine Leckereien und vor allem Ginas Entertainment-Qualitäten sorgen für einige Lacher.

Infodichte: Während der Tour plaudert die Dragqueen nicht nur aus dem Erotik-Nähkästchen.

Spannend für Oldenburger: Die Lokalitäten sind keine Geheimtipps, aber mit ihrem Insiderwissen und derben Sprüchen sorgt Gina Solera für einen neuen Blick auf die Huntestadt.

Für Leckermäuler: Die kulinarische Altstadt-Tour

Neben einigen kulinarischen Leckerbissen gibt es auf der „eat-the-world“-Tour auch Informationen rund um die Stadt Oldenburg.  

Wir treffen uns in der Langen Straße am Lappan, dem ehemaligen Glockenturm. Zum Einstieg teilt „eat-the-world“-Guide Siegrid ein kleines Papier mit allen Infos zu den Lokalen aus, die auf der Tour besucht werden. Nach kurzem Überfliegen wird klar: Auch für Oldenburger ist etwas Neues dabei. Der Plan: sieben Gastro-Stops – viel Input für drei Stunden. 

Im „New York New York“ reiht sich ein Bild ans nächste.

Die Tour startet mit einem Klassiker: Pizza. Im „New York New York“ serviert uns Inhaber Sarde Luigi Ledda vier Variationen seiner belegten Klassiker im Gewölbekeller aus dem 16. Jahrhundert. An den Wänden: Unzählbar viele Bilderrahmen. „Die Bilder werden einmal im Jahr von den Auszubildenden von ‚Mc Donald's‘ geputzt. Das ist Tradition“, erzählt Siegrid. Immer wieder streut sie weitere Infos rund um die Stadt, besondere Gebäude oder Persönlichkeiten ein. So werden nicht nur die kulinarischen, sehr reichlichen (!) Leckereien in den Lokalen, sondern auch der Fußweg zwischen den Stops zu einem Erlebnis. Neben der traditionell italienischen Küche werden auf der Tour auch spanische, türkische, deutsche und chinesische Happen serviert – bei dieser Vielfalt ist für jeden Geschmack etwas dabei. Tipp: Lasst das Mittagessen vorher weg. Denn bei dieser Tour wird der Magen wirklich reichlich gefüllt.

Preis: 33 Euro (Kinder: 16,50 Euro)  

Dauer: Etwa drei Stunden 

Termine: Freitags und samstags 

Spaßfaktor: Trotz eng gestricktem Zeitplan bietet die Tour eine angenehme Kombination aus Gaumenschmauß und informativer Stadtführung. 

Infodichte: Während der Fußwege zwischen den Lokalen werden einige Infos rund um Oldenburger Gebäude, Persönlichkeiten und Wahrzeichen vermittelt. 

Spannend für Oldenburger: Auch für Oldenburger ist wahrscheinlich das eine oder andere neue Lokal dabei, das bisher nicht besucht wurde.  

Per Gewichtsverlagerung: Die Segway-Tour

Mit diesen Segways geht es bei der Stadt-Tour quer durch Oldenburg.

Erst seit kurzem bietet die Stadt Oldenburg eine ganz besondere Rundfahrt durch die Huntestadt an. Bevor wir uns auf die Segways wagen, gibt uns Angelique eine ausführliche Einweisung. Gar nicht so einfach, dieses Ding zu kontrollieren. „Nach drei Minuten habt ihr's drauf. Nach vier Minuten fangen die meisten schon an, Quatsch zu machen“, warnt uns die Segway-Expertin vor. 

Segway-Expertin Angelique erklärt der Gruppe wie der E-Scooter funktioniert. 

Was soll ich sagen, sie hat eindeutig Recht. Nach einer anfangs wackeligen ersten Runde im Park hinter dem Staatstheater düsen wir Tour-Guide Maike Vormerker im Gänsemarsch hinterher – nur mit etwa 20 Kilometer pro Stunde eindeutig schneller als eine Gans in Schrittgeschwindigkeit. Stolze 10 Kilometer Strecke liegen vor uns. Dabei geht es über Hauptstraßen, Parkanlagen und Radwege quer durch Oldenburg. Zwischendurch halten wir an zahlreichen Stops, begutachten Sehenswürdigkeiten und besondere Plätze in der Huntestadt. Die kurzen Pausen füllt Tour-Guide Maike mit interessanten Geschichten und Informationen. Rund drei Stunden dauert diese Stadt-Tour, wobei die ausführliche Einführung in das Segway-Fahren bereits die erste Stunde in Anspruch nimmt. Doch die zwei Stunden auf dem E-Roller sind mehr als ausreichend, denn nach dieser Zeit machen sich die Füße vom langen Stehen schon bemerkbar.

Preis: 55 Euro 

Dauer: Etwa drei Stunden 

Termine: Wunschtermine für Gruppen auf Anfrage. Weitere Termine findet Ihr auf www.oldenburg-tourist.de

Spaßfaktor: Mit dem Segway durch die Stadt zu düsen, ist einfach eine Gaudi. 

Infodichte: An den vielen Stops während der Tour versorgte Tour-Guide Maike uns mit ausreichend Informationen und kleinen Geschichten. 

Spannend für Oldenburger: Unsere schöne Huntestadt auf einem Segway zu erkunden, sorgt für einen ganz neuen Blick auf die Stadt. Zudem sind bei den Stops auch neue Orte selbst für kundige Oldenburger dabei. 

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