Fotorealistisches 3D-Selfie

Selbstversuch: So wurde ich zur (Action-)Figur

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Mein Mini-Me und ich. Fünf Wochen musste ich darauf warten.

He-Man, M.A.S.K, G.I. Joe, StarCom, Marshall Bravestarr, Star Wars und Wrestling – die Liste der Action-Figuren, die mich in meiner Kindheit fasziniert haben, ist lang. Wie cool wäre es damals gewesen, selbst als Vorlage für eine eine solche Figur herhalten zu dürfen? Heute geht das – die „3D Generation“ macht's möglich. 

Jeder von uns könnte eine (Action)-Figur sein, sagt das Internet. Mit diesen hippen 3D-Druckern ist das offenbar kein allzu großes Problem, aber auch in Bremen? Nach kurzer Recherche lande ich auf der Homepage von „3D-Generation“. Die machen fotorealistische 3D-Selfies und haben einen Stand bei Saturn in der Bremer Innenstadt – passt. Okay, das mit der Action ist so eine Sache, denn das persönliche Abbild ist nicht beweglich. Cool klingt das alles trotzdem. Ich mache telefonisch einen Termin aus und bin gespannt, wie ich mich als Mini-Me mache.

70 Kameras, eine Viertelsekunde, klick – mein Job ist erledigt

Auf geht's in die Kapsel.

Viel machen muss ich allerdings nicht. Bei dem besagten Termin stelle ich mich in eine Art Kapsel, in der 70 Spiegelreflexkameras mit großer Blitzanlage auf mich gerichtet sind. In einer Viertelsekunde werden sodann aus allen Perspektiven Fotos von mir geknipst. Klick – das war's. Mein Job ist erledigt. Das Material wird an die Zentrale in Dortmund gesendet, wo mein Abbild von einem 3D-Drucker ausgespuckt wird. Allerdings erst nach vier bis sechs Wochen. Bis dahin heißt es: warten.

In dieser Kapsel werde ich innerhalb einer Viertelsekunde aus allen möglichen Perspektiven fotografiert. 

Während ich mich in Geduld üben muss, wird in Dortmund heftig gewerkelt. Nach dem fotogrammetrischen 3D-Scan wird aus den 70 Einzelbildern in akribischer Arbeit ein digitaler Avatar von professionellen 3D-Artists modelliert. Dies kann zwischen zwei bis acht Stunden dauern. Daraufhin folgt ein Druck aus Polymergips auf High-End-Industriedruckern, der wiederum sechs bis zwölf Stunden Zeit beansprucht. Die frischgedruckte Figur liegt dann unter dem unbedruckten Restpulver wie unter einer Schneelawine und muss, ähnlich wie bei einer archäologischen Ausgrabung, abgesaugt, abgepustet, abgepinselt und in handwerklichen Arbeitsschritten gefinished werden. Schließlich folgt eine Infiltration mit einem Kunstharz, nach der mein Mini-Me ein bis drei Tage trocknen muss. Kurzum: da steckt eine Menge Arbeit drin.

Das Ergebnis: Ich als Mini-Me

Fünf Wochen später stehe ich wieder im Elektromarkt, um die Figur abzuholen: 20 Zentimeter ist sie groß, wie bereits erwähnt, aus Polymergips gefertigt, und sie sieht tatsächlich aus wie ich. Das sollte mich eigentlich nicht wundern, denn genau darum geht es ja, begeistert bin ich trotzdem.

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