Wer steckt hinter der Kamera?

Für nordbuzz im Nachtleben: Drei Fotografen stellen sich vor

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Peter Porikis, Christina Klinghagen und Timo Münzberg sind für nordbuzz im Foto-Einsatz.

Ihr habt sie bestimmt schon über die Tanzflächen und Bühnen der Region huschen sehen oder standet selbst vor ihren Linsen – unsere nordbuzz-Fotografen. Wir haben uns mit dreien von ihnen unterhalten, hier stellen sie sich vor.

Der Oldenburg-Experte Peter Porikis, die Konzert-Liebhaberin Christina Klinghagen und der Party-Spezialist Timo Münzberg haben uns Rede und Antwort gestanden. Hier lest Ihr, was sie von ihren Einsätzen und aus dem Nähkästchen zu erzählen haben.

Peter Porikis: „Habe mittlerweile rund 300.000 Event-Bilder gemacht“

Oldenburg-Spezialist Peter Porikis ist das, was man gemeinhin einen Tausendsassa nennen würde. Früher DJ, dann Disco-Betreiber, Fachinformatiker, jetzt Fotograf und „so eine Art Blogger“, wie er es nennt, der auch gerne mal seine Gedanken zum Morgenkaffee teilt.

nordbuzz: Peter, man merkt schnell: Du bist Oldenburger durch und durch, richtig?

Peter Porikis: Ich bin zumindest ein recht bekanntes Gesicht hier. Ich versuche Oldenburg zu repräsentieren. Auf meinem Flickr-Account habe ich mittlerweile rund 300.000 Bilder von Events und vor allem auch Architektur – und die Stadt ist sogar schon auf mich zugekommen, ob ich nicht eine Ausstellung machen will.

nordbuzz: Wie bist Du zur Fotografie gekommen? Du bist ja eigentlich gelernter Informatiker.

Porikis: Früher wollte ich mal studieren, aber dann bin ich im Disco-Betrieb hängengeblieben und dachte mir, bleib' ich lieber gleich in der Wirtschaft. Als die Disco dann aber geschlossen wurde, weil ich die Verträge nicht verlängern konnte, hatte ich eine ganze Menge zu überlegen. Da habe ich die Fotografie entdeckt,wobei ich meine alten Kontakte wieder nutzen konnte.

nordbuzz: Für nordbuzz machst Du Event-Fotografie. Ist das Dein Steckenpferd, oder machst Du noch bessere Landschaftsaufnahmen?

Porikis: Event-Fotografie ist mein Brot- und Butterbetrieb. Das bringt Geld und eine gewisse Sicherheit. Ich mach' das aber auch ganz gern. Ich habe damals in der Disco sehr viel Kontakte gehabt. Das war mein Wohnzimmer. Und diese sozialen Kontakte habe ich durch die Veranstaltungen jetzt wieder – da trifft man auch mal alte Bekannte. Deshalb fühle ich mich da ganz wohl, und es ersetzt den Verlust der Gastronomie. In der Fotografie würde ich mich aber immer als Quereinsteiger bezeichnen, aber ich habe eben große Erfahrung. Mittlerweile sind rund 800.000 Fotos in meinem Archiv. Privat ziehe ich aber auch immer los, wenn ich Zeit und Lust habe, und mache Bilder, die ich nicht verkaufe – auch Landschaftsaufnahmen, ja. Und für die städtische Ausstellung dürften auch eher die Architektur-Fotografien interessant sein.

nordbuzz: Wie siehst Du die Entwicklung von Smartphone-Technik in der Fotografie. Ersetzt so ein Mobiltelefon heutzutage eine richtig teure Kamera ein Stückweit?

Porikis: Nein, ein Smartphone ist an sich keine Konkurrenz, besonders in der Event-Fotografie nicht. Man könnte zum Beispiel mit einem Smartphone keine vernünftige Fotoserie in einer Disco machen. Und das wird auch in Zukunft nicht gehen. Es kommt schließlich auch nicht nur darauf an, wie viele Megapixel die Kamera schafft. Das hat mit Spiegelreflex-Technik zu tun und mit dem Vollformat-Chip. Wer sich also bei Hochzeiten auf ein Smartphone verlässt, kann danach also einen ganz schweren Schaden haben.

nordbuzz: Was sind denn die schönsten Events oder Gelegenheiten in Deinem Fotografen-Leben?

Porikis: Immer wenn ich zum JadeWeserPort-Cup rausfahre – mit einem bekannten und seinem Sportboot. Wenn man da ideale Wetterbedingungen hat, um Segler oder Vollzeug zu fotografieren, das ist schon 'ne geile Geschichte. Die Alexander von Humboldt ist dort ja auch immer dabei gewesen. Da entstehen Fotostrecken, die auch jederzeit heraus kramen würde, um zu zeigen, was so möglich ist.

Christina Klinghagen: „Mein Steckenpferd sind Konzerte“

Ihr Favorit unter den Veranstaltungen sind Konzerte. Fotografin Christina Klinghagen greift für nordbuzz am liebsten auf musikalischen Events zu ihrer Kamera. Kein Wunder! Denn das ist ihre Welt. So findet man in ihrem privaten Fotoarchiv so einige Headbanger und Circle Pits. Warum das so ist, erfahrt Ihr im Interview.

nordbuzz: Moin Christina, du stehst also auf Metal?

Christina Klinghagen: Ja, neben dem Fotografieren ist Musik meine größte Leidenschaft. Seit zwei Jahren bin ich Sängerin der Band „Fallturm Rocket“. Zusammen mit Björn, Martin, Fritz und Ralf erobern wir die Bremer Bühnen in Sachen Metal und Progressive Rock. Unser Leadgitarrist Björn hat die Truppe im Sommer 2012 zusammen mit dem ehemalige Drummer Julen gegründet. Nach ein paar Wechseln, bin ich dann 2014 als Sängerin mit eingestiegen. Also ja – ich steh auf Metal.

nordbuzz: Nicht schlecht. Wo kann man euch denn spielen hören?

Klinghagen: Wir hatten letztens unseren ersten richtig großen Auftritt – quasi unser Debüt. Am 7. Juli waren wir nämlich im Meisenfrei, dem Blues Club in der Hankenstrasse. Das war zur Konzertreihe „Local Radio's Rocking Safari“. Das war echt ein richtig geiler Abend! Unser nächster Gig ist auf einer Privatfeier, da kann man leider nicht vorbeischauen. Aber wir sind stets auf der Suche nach Auftritten – einfach per facebook melden.

nordbuzz: Und wann hast du mit dem Singen angefangen?

Klinghagen: Ich hab schon als Kind immer gerne gesungen, ganz klassisch. Mit 18 Jahren hatte ich dann meine erste Band. Seit zwei Jahren bin ich Feuer und Flamme für „Fallturm Rocket“. Musik ist für mich einfach eines der wichtigsten Dinge in meinem Leben. Ich bin nicht nur Sängern, ich schreibe auch unsere Songtexte. Denn wir machen nur eigene Sachen, keine Cover.

nordbuzz: Wie sieht's denn mit deinem persönlichen Musikgeschmack aus? Lieblingsband?

Klinghagen: Ich höre Metal und Rock in allen Facetten. Von Iced Earth, Iron Maidon über Evergrey bis Cripper gibt’s viele Bands, auf die ich stehe. Da kann ich mich gar nicht auf eine Band festlegen. Genauso was Songs angeht. Aber einer meiner Lieblingssongs ist auf jeden Fall „Blinded“ von Evergrey.

nordbuzz: Wenn du nicht singst oder fotografierst – was machst du dann?

Klinghagen: Als freie Journalistin und Fotografin arbeite ich für viele verschiedene Zeitungen und Unternehmen. Ich bin einfach gerne unterwegs. Aber meine Arbeit als Fotografin und die Bandproben nehmen natürlich schon viel Zeit in Anspruch. Ein Projekt habe ich da aber noch. Schon seit Jahren sitze ich an einem Roman – eine Science-Fiction-Story. Irgendwann einmal möchte ich den gerne fertig bekommen und auf den Markt schmeißen. Aber wie das immer so ist, schafft man halt nicht alles auf einmal.

Timo Münzberg: „Früher waren die Leute zeigefreudiger“

Seit 14 Jahren ist Timo Münzberg bereits Party-Fotograf und hat in dieser Zeit eine Veränderung im Nachtleben wahrgenommen. Doch er fotografiert auch anderswo als auf der Tanzfläche und ist privat bekennender Ibiza-Fan.

nordbuzz: Wer ist eigentlich dieser Timo Münzberg?

Timo Münzberg: (lacht) Ein 36-Jähriger, der in die Jahre gekommen, aber immer noch gerne unter Menschen ist. Der gerne Party macht, ledig ist und das Leben nicht so ernst nimmt. Außerdem ist er Innendiensttechniker, aktuell erwischt ihr mich im Wochenenddienst.

nordbuzz: Und wie bist Du zur Fotografie gekommen? 

Münzberg: Als die Digitalfotografie aufkam ging das bei mir richtig los. Um 2000 herum habe ich mir meine erste Diggicam gekauft, eine Olympus mit 1,3 Megapixeln. Nach den ersten Schnappschüssen stellte ich fest, dass Foto nicht gleich Foto ist. Dann ist das immer mehr gewachsen, es kamen immer bessere Fotoapparate hinzu und irgendwann auch eine Spiegelreflexkamera. Das war der Punkt, an dem ich Geld damit verdienen musste, sonst wäre es zu teuer geworden.

nordbuzz: Und wie kam das mit der Party-Fotografie?

Münzberg: Ich war selber viel auf Partys unterwegs und habe mich dann einfach mal bei nightloop beworben, was es damals noch gab. Seit Oktober 2002 bin ich offiziell dabei und hätte damals nie gedacht, dass ich so lange dabei bleibe. Auch wenn ich vielleicht nicht mehr ganz so viel unterwegs bin, habe ich die Lust daran nicht verloren. Wenn ich mal zwei, drei Wochenenden nicht draußen bin, dann fängt es an zu kribbeln.

nordbuzz: Welche Veränderungen stellst du in diesen 14 Jahren fest? 

Münzberg: Es gibt tatsächlich Veränderungen im Nachtleben, die Leute verändern sich, es ist auch ein anderes arbeiten. Vor zehn, zwölf Jahren war es noch wilder. Heute geht es etwas gesitteter zu, auch auf den Bauern-Partys. Die Leute waren früher zeigefreudiger. Das liegt bestimmt an den sozialen Netzwerken, jeder kennt heute jeden. Außerdem weisen die Medien darauf hin, nicht alles preis zu geben.

nordbuzz: Was machst Du, wenn Du nicht gerade selber feierst oder die Menschen dabei fotografierst? 

Münzberg: Fotografieren ist mein großes Hobby, nicht nur auf Partys. Ich bin auch Fotograf auf Hochzeiten und habe ein kleines Fotostudio mit einer Freundin zusammen. Ansonsten sind mir Treffen mit Freunden und das Reisen sehr wichtig. Ein bis zwei Mal pro Jahr fahre ich weg, allerdings immer nach Ibiza. Wer einmal da war, möchte es nicht mehr missen. Das habe ich früher selbst nicht geglaubt, aber so ist es. Ich mag einfach das komplette Drumherum. Es ist schon sehr niveauvoll, was da abgeht. Natürlich nimmt man auch die ein oder andere Party mit und verbringt viel Zeit am Strand. Es ist das Flair, das schwer zu beschreiben ist. Dieses Jahr war ich schon dort, also fahre ich erst nächstes Jahr wieder hin.

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