Manieren pflegen und Mode feiern

Gentlemen's Club Bremen: Was ist das eigentlich?

+
Drei Gentlemen aus Bremen, wie sie im Buche stehen (v.l.): Szymon Stefanowicz, Kenneth Chorengel und Maximilian Arnold.

Was ist das eigentlich, ein echter Gentleman? Was zeichnet ihn aus, wie verhält er sich, wie sieht er aus? Und überhaupt: Gibt es ihn noch in freier Wildbahn, hier bei uns in der Region? Viele Fragen, auf die drei junge Männer aus Bremen Antworten parat haben. Fast schon parat haben müssen. Denn Kenneth Chorengel, Maximilian Arnold und Szymon Stefanowicz sind das Herz des Gentlemen's Club Bremen. Was es damit auf sich hat, haben sie im Gespräch mit nordbuzz verraten.

Wir treffen uns nach Feierabend im Alex am Domshof. Und obwohl ich keine Ahnung habe, wie meine Gesprächspartner aussehen, muss ich keine Sekunde suchen. Kenneth, Maximilian und Szymon fallen auf. Sie stechen heraus aus der Masse, weil sie anders aussehen. Weil sie Freude an klassischer Mode haben und entsprechend gekleidet sind. Die Liga der außergewöhnlich gut angezogenen Gentlemen.

Mode, schicke Kleidung, Freude an gutem Aussehen – darum geht es im Gentlemen's Club Bremen. Aber das ist längst nicht alles. „Gute Manieren, Respekt, Ausstrahlung, Komplimente machen, es gehört so viel mehr dazu, um ein echter Gentleman zu sein“, sagt Szymon. Und das sei im täglichen Leben bei vielen Menschen leider längst keine Selbstverständlichkeit mehr. „Solche Werte sind uns aber sehr wichtig, dennoch befolgen wir keine starren Regeln nur der Regeln willen. Wir sind schließlich keine Marionetten, die steif vor sich her tanzen“, so Maximilian. Klar spiele auch das Äußere eine wichtige Rolle, aber das sei eben nur ein Teil des Ganzen. „Das wichtigste ist für uns die Community, der Gemeinschaftsgedanke“, so Szymon weiter. Und Kenneth ergänzt: „Da sind wir offen für alles, auch für neue Mitglieder im Club. Wichtig ist nur, dass es auch menschlich passt.“

Bremer von mehr Mut in Sachen Outfit überzeugen

Die Idee, einen Club für Gleichgesinnte zu gründen, hatte Kenneth im vergangenen Jahr. Bei der Wahl zum Gentleman des Jahres 2015 des Magazins „GQ“ schaffte er es in die Top-Ten. Für den Sieg reichte es im Endeffekt nicht, dafür aber war die Idee des Clubs geboren: „Ich habe so viele tolle Erfahrungen gemacht und wollte eine entsprechende Gruppe auch in Bremen haben.“ Gesagt, getan. Szymon war sofort Feuer und Flamme und so konnte es losgehen. Seit einigen Monaten gibt es unter www.gents-club-bremen.de eine Internet-Seite, Facebook-Auftritt und Instagram-Account sind natürlich auch im Angebot. Dazu treffen sich die Gents regelmäßig, gerne in der Lemon Lounge, im Bellini oder im Bobby Lane.

Wohin die Reise des Clubs letztlich gehen soll, wissen die Gentlemen selbst noch nicht so ganz genau. „Wir können uns vorstellen, einen echten Verein zu gründen. Vielleicht organisieren wir auch Benefiz-Veranstaltungen.“ Bis es soweit ist, wollen die bislang zehn Club-Mitglieder durch ihr Auftreten weiterhin versuchen, die Bremer von mehr Mut in Sachen Outfit zu überzeugen und entsprechende Netzwerke bilden und fördern.

Pitti Uomo: „Eine geniale Veranstaltung“

„Bremen ist ein Dorf, das weiß jeder, und darum fühlen wir uns hier ja auch so wohl“, meint Szymon. „Aber Fashion-Victims sind die Bremer sicherlich nicht, deswegen fallen wir in der Öffentlichkeit schon auf. In anderen Städten wie Hamburg wäre das wohl nicht der Fall. Wir wollen die Menschen ermutigen, sich auch hier mehr zu trauen, die Manieren zu pflegen und die Mode zu feiern.“

Dabei gehe es gar nicht um Perfektion, eher um Chic und Eleganz. „In Italien ist das Verständnis vom Mode, besonders bei Männern, ein ganz anderes. Dort ist es viel selbstverständlicher und weniger verkrampft.“ Kein Wunder also, dass die drei von der italienischen Mode-Messe Pitti Uomo in Florenz schwärmen, die sie erst kürzlich gemeinsam besucht haben. „Das ist wirklich eine geniale Veranstaltung sagt“, sagt Maximilian. „In Italien habe ich auch gelernt, dass ich die Menschen ruhig darauf ansprechen kann, wenn mir ihr Äußeres gefällt. Ein Kompliment tut mir nicht weh und meinem Gegenüber macht es eine Freude.“

„Wichtig ist nur, Kleidung souverän zu tragen“

Natürlich, daraus macht Szymon keinen Hehl, kostet Mode auch Geld, aber darauf komme es nicht unbedingt an. „Auch bei H&M oder im Second-Hand-Laden gibt es tolle Sachen. Die Marke ist eigentlich egal, wichtig ist nur, es souverän zu tragen.“ Und Kenneth ergänzt: „Kleidung bekommt ihren Wert durch den, der sie sie trägt.“

Mehr zum Thema

Kommentare

Das könnte Dich auch interessieren