nordbuzz blickt hinter die Kulissen

Fünf Fragen an regionale Gründer: Lesezirkel, Multimedia-Aschenbecher & ReCommerce

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Die Studimus-Gründer Aljoscha Althoff, Marcel Eilers und Benjamin Maertz.

In Bremen und Oldenburg entwickelt sich eine zunehmend lebendige Gründer-Szene. Immer neue kreative Köpfe machen sich mit einfallsreichem Erfindergeist selbstständig und beleben die Kreativwirtschaft. nordbuzz schaut hinter die Kulissen von Startups und hat Gründern fünf Fragen gestellt.

Ob das digital und nachhaltig von sharemagazins neu gedachte Konzept des Lesezirkels, die einfache, schnelle und sichere Möglichkeit per mySWOOOP mit Gebrauchtwaren zu handeln oder die „Aschenbecher-Revolution“ namens Frashtray von Studimus – aus der Region kommen etliche nützliche und einzigartige Geschäfts-Ideen. Was die Startups im Einzelnen anbieten, wer dahinter steckt, wie es dazu kam, warum ausgerechnet in Bremen und Oldenburg gegründet wurde und wie die Ziele aussehen, all das verraten die Gründer nordbuzz in fünf Antworten.

Die sharemagazines-Gründer über nachhaltigeres Zeitung lesen und die Oldenburger Startup-Szene

Was ist sharemagazines?
Über die sharemagazines-App können Leser von ihrem eigenen Smartphone oder Tablet aus kostenlos auf eine Bibliothek mit über 150 deutschsprachigen Magazinen und Tageszeitungen zugreifen. Dazu gehören Publikationen wie GEO, NEON, TV Digital, Kreiszeitung Syke oder Bremen Spezial. Dadurch bietet die App ein neuartiges Leseerlebnis für ihre User. Mittels eines „Locationfinders“ kann der Anwender sehen, ob der Service an seinem Standpunkt verfügbar ist oder nicht. Deutschlandweit sind bisher über 100 Locations Teil des sharemagazines-Netzwerks. Sharemagazines ermöglicht es den Betreibern der Locations Kosten zu sparen, mehr Service zu bieten und umweltfreundlicher zu werden. Insgesamt stellt der digitale Lesezirkel eine interessante Neuerung im Bereich der Digitalisierung von Printmedien dar, die in unterschiedlichen Bereichen des Alltags und für verschiedene Betriebe attraktiv ist. Mit ihrem Konzept gewannen die Gründer Ende 2013 einen Gründerpreis der Universität Oldenburg und haben ihr Portfolio seither stetig vergrößern können. Inzwischen gibt es sharemagazines deutschlandweit und bekannte Größen wie Green Line Hotels, die EWE und die Celona Gastro GmbH gehören zu den Partnern.
Als Nutzer von sharemagazines kommt eigentlich jeder in Frage, der ein Smartphone oder ein Tablet (iOS oder Android) besitzt und gerne liest oder in Zeitschriften stöbert. Wer im Café, beim Friseur oder beim Arzt am liebsten in Ruhe durch sein Lieblingsmagazin blättert, trifft mit sharemagazines genau die richtige Wahl. Der eigentliche Kunde ist der Betreiber von Gastronomie-Betrieben, Arztpraxen, Krankenhäusern oder Hotels. Mit sharemagazines bieten diese einen exklusiven, nachhaltigen Service, mit dem sie sich außerdem von der breiten Masse abheben können.

Wer steckt hinter sharemagazines?
Gründer der ersten Stunde sind Jan van Ahrens und Oliver Krause. Bei einer Veranstaltung kamen die beiden mit Artur Malek und Emrah Gencer ins Gespräch. Daraufhin schlossen sich die beiden dem Team an. Diese beiden übernehmen den IT-Part und die Leitung der App-Entwicklung. Somit sind alle Kompetenzen, die für die Umsetzung unseres Konzepts benötigt werden, im Team vereint.

Wie kam es dazu und wie läuft es?
Anreiz für die Idee von sharemagazines war eine Diskussion darüber, dass die vielen Printmagazine, die jeden Tag herausgebracht, jedoch oft nur einmal von einer einzigen Person gelesen werden, nicht dem Anspruch vieler Menschen an Nachhaltigkeit entsprechen. Nach langer Überlegung, wie man an dieses Problem herangehen könnte, kam uns eines Tages schließlich die Idee auf, als wir selbst in der Situation waren, dass alle Zeitschriften der analogen Auslage in einem Hotel vergriffen waren. „Wäre es nicht praktisch, wenn die Magazine auch digital verfügbar wären?“ - damit war die Idee geboren. Die größte Herausforderung war es, die Verlage von der Idee zu überzeugen und das Portfolio möglichst breit zu gestalten. Inzwischen haben wir es geschafft, über 150 Titel mit unterschiedlichsten Themenschwerpunkten, darunter auch zahlreiche namhafte Magazine, in der App zu vereinen – Tendenz wachsend. Finanziert hat sich das Startup-Unternehmen zunächst selbst und später mithilfe mehrerer Business Angels.

Warum ist sharemagazines in Oldenburg aktiv?
Im Jahre 2014 wurde sharemagazines im niedersächsischen Oldenburg gegründet, mit dem Ziel, die fortschreitende Digitalisierung auch im Bereich der Lesezirkel voranzutreiben. Wahl des Gründungsorts war zunächst schlichtweg durch die Herkunft begründet. CEO Jan van Ahrens kommt aus Emden, Oliver Krause aus Oldenburg. An der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg haben wir uns kennengelernt und an der gemeinsamen Idee eines digitalen Lesezirkels gearbeitet. Anders als oft angenommen gibt es in Oldenburg eine florierende Startup-Szene, die immer weiterwächst. Diese manifestiert sich im Technologie- und Gründerzentrum Oldenburg (TGO). Die Nähe zur Nordsee hat vor allem im Bereich Green-IT mit Fokus auf Solarkraft- und Windkraft-Technik zu einigen interessanten Erfolgsgeschichten geführt. Durch die große Gründerschar gibt es natürlich auch häufig Netzwerkveranstaltungen, bei denen oft die Universität und das sehr engagierte Team vom GIZ (Gründungs- und Innovationszentrum) als Organisatoren fungieren. Dazu gehören unter anderem Themenabende, Prototypen-Partys oder lockere Grill-Events.

Wohin soll es mit sharemagazines gehen?
Neben der stetigen Weiterentwicklung der App haben wir natürlich einige wichtige Punkte auf der Agenda. Dazu gehört die Internationalisierung unseres Service und die Verbesserung von Werbe-Integrationen in der Applikation. Zudem sind wir in spannenden Verhandlungen mit hochkarätigen Kooperationspartnern. Aktuell haben wir auch ein Büro in Hamburg bezogen, um noch näher bei großen Verlagen und interessanten Investoren zu sein.

Die mySWOOOP-Gründer über den on- und offline Gebrauchtwarenhandel in Bremen und Europa

Was ist mySWOOOP?
Das Angebot von mySWOOOP lässt sich in mehrere Bereiche einteilen. Zum einen die einfachste, schnellste und sicherste Möglichkeit nicht mehr benötigte Produkte bei uns zu verkaufen. Daneben bieten wir eine besonders hohe Preisersparnis. Man spart mit mySWOOOP bis zu 70 Prozent beim Kauf geprüfter, gebrauchter Produkte gegenüber dem Neupreis. Ebenfalls bietet mySWOOOP ein Höchstmaß an Kundenservice und kompetenter Beratung. Und zu guter Letzt stehen wir stets für Qualität und Hochwertigkeit. Die von uns gebraucht verkauften Produkte erscheinen so neu wie sonst nirgends.
Ganz im Gegensatz zu anderen ReCommerce Anbietern kauft mySWOOOP ein sehr breites Warensortiment an. Warengruppen wie Smartphones, Tablets, Konsolen, Games, Notebooks, Computer, TV Geräte, Kameras, Blu-Rays und DVDs, Hifi-Anlagen, Elektrozubehör, Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Smartwatches werden an- und verkauft. Um eine besonders hohe Qualität der Gebrauchtware zu gewährleisten, prüft mySWOOOP alle eingehenden Produkte genau und bereitet diese entsprechend auf. Neben den geprüften Gebrauchtwaren verkaufen wir aber auch ganz regulär Neuware. Weitere Serviceleistungen umfassen einen ganzwöchigen Reparaturservice für technische Geräte. Über eine Partnerschaft können unterschiedliche elektronische Geräte zudem direkt bei mySWOOOP gegen Schäden jeglicher Art bereits ab fünf Euro versichert werden.

Wer steckt hinter mySWOOOP?
Hinter mySWOOOP stehen die Gründer und Geschäftsführer Benjamin Gabriel, Simon Gabriel und Jan-Lucca Sielski. Wir alle haben einen Background im Bereich Wirtschaft und uns verbindet neben der geschäftlichen auch eine freundschaftliche Verbindung. Wir teilen die Leidenschaft für Überstunden genauso wie unsere leider viel zu seltenen Urlaube. Im Laufe der Zeit sind wir Teil der Bremer Melchers Group geworden.

Wie kam es dazu und wie läuft es?
Die Frage für uns vor der Gründung lautete eher, wie kam es bisher nicht dazu. Wir sind seit der Schulzeit alle miteinander befreundet und haben schon zu dieser Zeit viel auf eBay gehandelt und früh sehr unternehmerisch gedacht. Uns ist dabei aufgefallen, dass es keinen professionellen, coolen und modernen An- und Verkauf im Netz und stationär gab, um Produkte einfach und schnell zu verkaufen. Die Idee zu mySWOOOP haben wir dann im November 2011 realisiert, zunächst stationär mit einem Store, anschließend haben wir dann den Onlinemarkt erschlossen. In 2014 erfolgte daraufhin der Zusammenschluss mit der weltweit agierenden Melchers Gruppe, um weitere Expansion voranzutreiben.

Warum ist mySWOOOP in Bremen aktiv?
Wir Gründer haben in Bremen studiert und hier unsere ersten Schritte unseres Startups getan. Wir glauben nach wie vor, dass sich Bremen auf Grund einer Vielzahl von Kriterien als Hauptstandort hervorragend eignet: Sei es die nahe Anbindung an innovative Logistikprozesse, die Nähe zwischen Wirtschaft und Forschung als auch ein gesunder Branchenmix. Allerdings ist Bremen für uns mit den Stores in Bremen Mitte und Bremen Nord nur der Startpunkt für unsere Idee ein nationales Filialnetz aufzubauen. In Vechta haben wir bereits vor kurzem unseren ersten Instore in Kooperation mit Telepoint eröffnet, der ebenfalls auf sehr positives Feedback trifft. Bereits nach dem ersten Monat schossen hier die positiven Google Bewertungen nur so in die Höhe.

Wohin soll es mit mySWOOOP gehen? 
Wir sehen mySWOOOP in der Zukunft deutschlandweit mit unseren Stores vertreten sowie unser Onlinegeschäft europaweit ausgebaut. Damit wird auch eine Vielzahl an neuen Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Bereichen geschaffen. Auch werden Prozesse und Strukturen noch weiter differenziert und optimiert, um unseren Kunden einen noch kundenfreundlicheren und besseren Service bieten zu können.

Die Oldenburger Studimus-Gründer über das gesellschaftliche Potenzial ihres Multimedia-Aschenbechers

Was ist Studimus?
Die Studimus GmbH widmet sich Alltagsproblemen und sucht nach innovativen Lösungen um kleine Helfer zu schaffen die unseren Alltag erleichtern. Mit unserem ersten Produkt, dem Frashtray, wollen wir Raucher und Nichtraucher wieder vereinen. Das Problem ist der Gestank sowie die unansehnlichen Eingangs- und Raucherbereiche – unser Frashtray löst diese Probleme. Der Raucher wird dank der beleuchteten Piktogramme und der akustischen Signale auf den Standaschenbecher aufmerksam gemacht. Sobald sich eine Person in der Nähe aufhält fängt er an zu saugen und spielt wahlweise Musik oder Werbespots ab.
Dem Raucher werden sprichwörtlich die Zigarettenreste von der Hand gesaugt, so braucht er diese nicht mehr ausdrücken und hat saubere Hände. Die eingesaugten Zigarettenreste werden sicher und trocken im Inneren aufbewahrt, die Abluft wird gereinigt hinausbefördert. Besucher werden nicht mehr vom übelriechenden Gestank kalter Zigarettenreste gestört und der Eingangs- und Raucherbereich wird wieder zu einem ansehnlichen Ort.

Wer steckt hinter Studimus?
Wir sind drei Jungunternehmer bestehend aus: Aljoscha Althoff und Marcel Eilers als Maschienenbauingineure und Benjamin Maertz als Software Entwickler. Mit der Hilfe unserer renommierten Partnern in der Metalltechnik sowie Elektrotechnik haben wir es geschafft ein Produkt ins Leben zu rufen um unsere Vision zu realisieren.

Wie kam es dazu und wie läuft es?
Wir haben uns alle in Gummersbach auf der Fakultät für Informatik und Ingenieurwissenschaften an der TH Köln kennengelernt. Die Idee des Frashtray ist aber in Dubai geboren, als Aljoscha Althoff gesehen hat, wie sauber und gepflegt dort alle Anlagen sind – mit Ausnahme der Raucherbereiche. Zurück in Deutschland ist uns aufgefallen, dass wir hier die selbe Problematik haben. Das war der Startschuss der Studimus GmbH.

Warum ist Studimus in Oldenburg aktiv?
Wir wollen die erste Wahl für objektaufwertende Standaschenbecher sein, den Aschenbecher als solches revolutionieren und auf den Stand der heutigen Zeit und Technik bringen. In Oldenburg arbeiten wir mit unseren Elektrotechnikpartner zusammen, die Metallarbeiten werden von unseren Partner in Wildeshausen gefertigt und die Endfertigung bei uns in Wardenburg. Wir sind sehr froh solch zuverlässige und kompetente Partner gefunden zu haben, die auch noch ihren Sitz in unserer Region haben, um unser Produkt herstellen zu können.

Wohin soll das führen?
Wir wollen die erste Wahl für objektaufwertende Multimediaaschenbecher sein, die die Gesellschaft verbinden, ein unverbrauchtes Werbemedium liefern und dem Thema Raucherbereich eine einzigartige, innovative und saubere Lösung bieten. Der Raucherbereich 4.0 soll vom Schmuddelkind zum Saubermann.

Weitere Ausgaben der Startup-Serie

Weiteren Ausgaben der Startup-Serie beschäftigen sich mit „Bio-Mode, Brände & Bestell-App“ und „Sneakers, Tee & T-Shirts“ sowie „Thymian-Limo, Wert-Handwerk & Handy-Flieger“.

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