nordbuzz blickt hinter die Kulissen

Fünf Fragen an Bremer Gründer: Sneakers, Tee & T-Shirts

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Der Bremer Gründer Jan Rosenbrock hat mit TanMeOn durchbräunende T-Shirts entwickelt.

Die Gründer-Szene in Bremen wächst stetig. Reichlich kreative Köpfe wagen mit genialen Ideen den Sprung in die Selbstständigkeit. nordbuzz durfte hinter die Kulissen von Startups schauen und hat unterschiedlichen Gründern fünf Fragen gestellt.

Ob nach Kunden-Wunsch gefertigte BLNKS-Sneaker aus dem Citylab, T-Shirts von TanMeOn, die die Sonne durchlassen oder selbstgemixte Bio-Tee-Mischungen von MyCupOfTea – aus Bremen kommen etliche nützliche und einzigartige Geschäfts-Ideen. Was die Startups im Einzelnen anbieten, wer dahinter steckt, wie es dazu kam, warum ausgerechnet in Bremen gegründet wurde und wie die Ziele aussehen, all das verraten die Gründer nordbuzz.

BLNKS-Gründer Malte Blanks über Persönliche Sneaker-Unikate

Was ist BLNKS?

Wir möchten, dass Kunden selbst zum Designer ihrer Sneakers werden und über viele Details bis hin zur Fadenfarbe frei bestimmen können. Dass wir kein normaler Sneaker-Laden sind, wird schon beim Betreten des Geschäfts im Citylab bewusst. Wir haben vergleichsweise wenige Schuhe in den Auslagen, stattdessen einen großzügigen Tisch mit Sitzmöglichkeiten für Beratungsgespräche. 

Ein fertiges Paar BLNKS.

Da wir alle BLNKS in Handarbeit fertigen, können wir fast jeden Wunsch berücksichtigen. Nach dem Designen geht es ans Vermessen des Fußes, jeder Sneaker wird genau angepasst, also maßkonfektioniert. Auf die „inneren Werte“ kommt es ganz besonders an. Durch den Aufbau des Sneakers, und der Entscheidung konsequent mit einer großzügigen Korkausballung zu arbeiten, wird jedes Unikat ausserordentlich bequem. Bei der anschließenden Fertigung bewegen wir uns in der Qualität am oberen Limit. Wir haben uns bewusst dafür entschieden in Deutschland zu produzieren und auf Handarbeit zu setzen. Ganz nach dem Motto: Support your local Schuhmacher!

Wir sind unglaublich begeistert, was für ein positives Feedback von allen Seiten kommt. Neugierige können uns im Citylab besuchen, wo wir neben der Nur-Manufaktur vertreten sind. Entscheiden können sie dann zwischen zwei Modellen, diese beliebig designen, sprich: die Farbe des Leders und der Sohle, die verschiedenen Arten der Ösen, die unterschiedlichen Farben der Nähte, persönliche Initialen und vieles mehr. Anschließend vermessen wir beide Füße und sind stets offen für Sonderwünsche. Es begeistert jeden Tag aufs neue was in den letzten Wochen alles passiert ist, wir haben sogar schon ein Paar Hochzeitsschuhe gemacht, Wahnsinn!

Wer steckt hinter BLNKS?

Theoretisch steckt hinter BLNKS Malte Blank, praktisch setzt sich die Marke mittlerweile aus immer mehr Freunden zusammen, die helfen und Ideen mit einbringen, weshalb es schwer fällt im Singular zu sprechen.

Wie kam es dazu und wie läuft es?

Schuhe haben mich schon lange vor dieser Idee fasziniert. Während meines Studiums 2013 viel mir das erste Mal auf, dass es eine Nische zwischen „Highfashion“ und „Streetwear“ geben könnte. 99 Prozent aller Schuhe im Bereich der Sneaker waren aus rein synthetischen Stoffen, Leder fand kaum noch Verwendung. Gleichzeitig begeisterte mich die Idee, einen individuellen Schuh zu machen. Eine eigene Erhebung ergab, dass Interesse an Leder-Sneakern eindeutig zu bestehen schien. Endgültig entschlossen suchte ich nach einem Schuhmachermeister, der mir helfen konnte der Idee Leben einzuhauchen. Ein renommierter Orthopädieschuhmacher erklärte sich bereit, mich zu unterstützen und half mir, den ersten Prototyp zu bauen. 

Die BLNKS-Produktion.

Es wurde ein Konzept erarbeitet, dass den Tragekomfort nachhaltig steigern sollte. Eine kleine Manufaktur für die Produktion fand ich in der Pfalz, sie sind glücklicherweise so verrückt, diese Idee mit mir zusammen umzusetzen. Was Probleme bereitete, waren die sehr hohen Abnahmemengen der einzelnen Schuhkomponenten, die hauptsächlich aus Deutschland kommen. Schwierig bei einem hochgradig individuellen Produkt. In den letzten Woche stieg die Nachfrage besonders stark an, weshalb wir unsere Lieferzeiten von 21 Werktagen auch nicht mehr einhalten können und es schon vereinzelte Tage gegeben hat an denen wir zu dritt im Laden gearbeitet haben.

Warum ist BLNKS in Bremen aktiv?

Wir haben in Bremen die Möglichkeit bekommen, im Citylab unseren Showroom zu günstigen Konditionen zu eröffnen. Am Anfang war viel Fantasie nötig, um sich vorzustellen zu können was hier tatsächlich einst entstehen sollte. Mit viel Hilfe von Freunden wurde schließlich ein echter, attraktiver Showroom daraus. Zahlreiche Kompetenzen im nahen Umfeld sorgten dafür, dass man sich hier wohlfühlen kann.

Wohin soll es mit BLNKS gehen?

Wir möchten uns natürlich noch weiterentwickeln, allerdings ist es uns auch wichtig organisch zu wachsen. Wir investieren bisher kaum bis gar nicht in Werbung und skalieren uns momentan durch Mundpropaganda. Der derzeitige Fokus ist die hohe Qualität und, dass das Produkt auch lange als Werbeträger am Kunden-Fuß fungiert. Dadurch ergibt sich auch für uns ein Nutzen als unbekannte Marke.

Der BLNKS Showroom im Citylab.

Kurzfristig möchten wir unsere Vielfalt an Modellen deutlich erhöhen und unbedingt auch mal richtig verrückte Sachen ausprobieren. Langfristig möchten wir uns gerade im Bereich des E-Commerce weiter aufstellen, obwohl wir derzeitig sehr zufrieden mit dem Showroom sind. Die Vision ist hierbei stets, die nachhaltige Prägung der Schuhkultur in Deutschland.

BLNKS

www.blnks.de

Hanseatenhof 9

28195 Bremen

TanMeOn-Gründer Jan Rosenbrock über T-Shirts ohne „Maurerbräune“

Was ist TanMeOn?

TanMeOn ist eine Bremer Startup das sich auf durchbräunende T-Shirts spezialisiert hat. Das besondere an unserem Produkt ist die Eigenschaft, dass man unter dem T-Shirt braun wird. Somit können starke Bräunungsabdrücke, die allgemein auch gerne als „Maurerbräune“ oder „Tennisspielerbräune“ bezeichnet werden, auf ein Minimum reduziert werden. Trotzdem sind die Shirts blickdicht, angenehm zu tragen und somit für den Einsatz beim Sport ideal geeignet.

Wer steckt hinter TanMeOn?

Gegründet wurde TanMeOn von mir, Jan Rosenbrock, Jahrgang 1985. Aufgewachsen in Hastedt, habe ich einen Großteil der Jugend auf den Sportplätzen der Pauliner Marsch, im Sportgarten oder dem Tennisverein Rot-Weiss verbracht. 

Tan-MeOn-Gründer Jan Rosenbrock.

Ich habe seit dem 16. Lebensjahr neben Schule und Studium als Tennistrainer in verschiedenen Bremer Tennisvereinen, beim Bremer Uni-Sport als auch in Ferienanlagern im Ausland gearbeitet. Da verbringt man natürlich sehr sehr viel Zeit in der Sonne was zu starken Bräunungsabdrücken am Rande des T-Shirts führte, denn oben ohne spielen ist als Trainer nicht möglich. So habe ich mich das erste Mal mit dem Problem beschäftigt, ein T-Shirt zu entwickeln, dass es dem Träger erlaubt auch unter dem Shirt braun zu werden.

Wie kam es dazu und wie läuft es? 

Nachdem die Idee geboren war, wurde zwischen 2013 und 2014 das Produkt entworfen. Hierbei wurden eine Vielzahl an Materialien getestet, bis ein Material gefunden war, das die gewünschten Eigenschaften Blickdichte und Sonnendurchlässigkeit vereinte. Ebenfalls wurde viel Zeit in den Schnitt des T-Shirts investiert denn ungleich zu anderen Shirts haben TanMeOn T-Shirts nur sehr dünne Kragen und Säume um Material-Doppelungen zu vermeiden, die die Bräunungsfläche verringern. Dann wurden die erste Testproduktionen gemacht. Zuerst in einer kleinen Schneiderei im Bremer Viertel. Später als der Schnitt ausgereift war, sind wir dann zu einem kleinen mittelständischen Familienbetrieb gewechselt, die größere Stückzahlen für uns umsetzen. Produziert wird seit jeher ausschließlich in Deutschland. 

Der TanMeOn-Effekt.

Im Juni 2014 haben wir dann unseren Online-Shop zum Testen geöffnet und hatten direkt fünf Bestellungen am ersten Tag ohne jegliche Werbung. Da wussten wir, dass wir mit unserem Produkt eine interessante Nische besetzt hatten.

Warum ist TanMeOn in Bremen aktiv?

Als Ur-Bremer musste natürlich auch das Unternehmen in Bremen gegründet werden. In Bremen gehen gerade viele Startups mit sehr interessanten Produkten an den Start, wie zum Beispiel den Jungs von Papa-Türk, Freigeist oder lokalen Ideen wie der Deichbremse. Somit entsteht in Bremen momentan eine Interessante Startup-Szene mit Unternehmen, die auch über die Grenzen Bremens und teilweise Deutschlands hinaus erfolgreich sind.

Wohin soll es mit TanMeOn gehen? 

Wir sind jetzt seit Jahren am Markt und haben mehrere Tausend Shirts verkauft. Dabei haben wir in dem vergangenen Jahr verstärkt darauf gesetzt, unser Produkt durch die Internationalisierung unseres Online Shops weltweit verfügbar zu machen und in einigen Fokusländern wie den USA auch durch Online Marketing Maßnahmen zu bewerben. So sind neben den USA und fast allen Europäischen Ländern bereits Bestellungen aus Israel, Australien und Kanada eingetroffen. Gerade die Internationalisierung ist etwas, was wir weiter fokussieren wollen. Zudem kommen in der nächsten Saison mit dem TanMeOn Poloshirt und der TanMeOn Badeshorts zwei weitere interessante Produkte auf den Markt, von denen wir uns weiteres Wachstum versprechen.

www.tanmeon.de

MyCupOfTea-Gründer Timo-Noé Chitula über Bio-Tee zum selber mixen

Was ist MyCupOfTea?

MyCupOfTea bietet Tee-Liebhabern die Möglichkeit, sich aus zu 100 Prozent biologischen Zutaten eine individuelle Tee-Mischung im gleichnamigen Onlineshop zusammenzustellen. Des Weiteren bieten wir seltene von Hand gefertigte Manufaktur-Tees ebenfalls in Bio-Qualität, was im Markt äußerst selten ist. Eine Detox-Serie sowie bekannte Teeklassiker á la Earl Grey, Chai oder Jasmintee gehören ebenfalls zum Sortiment. Als besondere Alleinstellungsmerkmale sind sowohl die Transparenz unseren Kunden sowie unseren Erzeugern gegenüber als auch die Teeexpertise hervorzuheben. Über die Ursprünge unserer Tees kann im Shop eigenen Blog nachgelesen werden, zudem berichten wir regelmäßig über alles Wissenswerte rund um das Thema Tee.

Wer steckt hinter MyCupOfTea?

MyCupOfTea-Gründer Timo-Noé Chitula

Hinter MyCupOfTea stecke ich, Timo-Noé Chitula, ausgebildeter Kaufmann für Marketing Kommunikation mit einem Bachelor in Global Management. Ich mache das hier als One-Man-Show – sprich das Produktdesign, die Kalkulation, das Abpacken, den Versand sowie den Vertrieb. Das ist zeitweise wirklich stressig. Ich denke, ich könnten das Wachstum besser vorantreiben, wenn ich gewisse Bereiche outsourcen könnte, aber dies ist natürlich auch immer eine Frage des Budgets. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass die außergewöhnliche Qualität unserer Tees die Zukunft von MyCupOfTea sichern wird, denn der Unterschied zur Konkurrenz ist deutlich herauszuschmecken!

Wie kam es dazu und wie läuft es?

Ein sehr guter Freund meinerseits ist Geschäftsführer eines Tee-Rohstoffhändlers. Als ich eines Tages mit ihm zusammen saß und mein Leid bezüglich meiner damaligen Arbeitssituation im Vertrieb in Hamburg klagte, machte er mich auf das Potenzial im B2C Bereich (Business-to-Consumer, Anm. d. Red.) für hochwertigen Bio-Tee aufmerksam. Wir erörterten verschiedene Strategien und berücksichtigten dabei vor allem den Individualisierungstrend á la MyMüsli und den damit verbundenen Erfolg. Es war mir vor allem wichtig, ein Produkt anzubieten, welches in der Herstellung niemanden benachteiligt. So entstammen die Tees von MyCupOfTea ausschließlich aus Fairtrade zertifizierten Tee-Projekten. 

Dadurch, dass unsere Tees zu 100 Prozent biologischen Ursprungs sind, konsumieren unsere Kunden ein wohlschmeckendes gesundheitsförderndes Produkt, welches unter fairen Bedingungen angebaut wurde. Das macht stolz und lässt jeden Morgen voller Elan an die Arbeit gehen.

Warum ist MyCupOfTea in Bremen aktiv?

Ehrlicher Weise muss man sagen, dass der Standort für einen Online-Shop mit unserer strategischen Ausrichtung keine große Rolle spielt. Ich als Bremer liebe diese Stadt und freue mich einfach, dass meine berufliche Situation es mir erlaubt, hier zu leben. Obwohl ich wirklich viel reise oder vielleicht auch grade deswegen, weiß ich den hanseatischen Charme sowie die schöne Architektur meiner Heimatstadt zu schätzen und fühle mich hier pudelwohl.

Wohin soll es mit MyCupOfTea gehen?

MyCupOfTea steht für Transparenz und hohe Qualität. Unser Ziel ist es, ein Qualitätsbewusstsein bei Tee-Konsumenten zu schaffen sowie ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Wir sind eine native Biomarke und wollen primär im Online-Bereich bleiben. Unsere Distributionspartner müssen die selben Werte vertreten und leben, entsprechend werden wir auch in Zukunft in keinen konventionellen Supermärkten zu finden sein. Neben dem Online-Geschäft streben wir die Listung in Feinkostläden sowie Bio-Supermärkten an.

www.mycupoftea-shop.com

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