Fünf Backwaren, fünf Meinungen

Bremens beste Brötchen: Die Favoriten der nordbuzz-Redaktion

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Bei Brötchen kennen Vielfalt und Geschmäcker keine Grenzen. Hier gibt es die Meinungen der nordbuzz-Redaktion.

Welches ist das beste Brötchen Bremens? Da gehen die Meinungen weit auseinander, zumal jeder seinen eigenen Geschmack hat, klar. So auch bei uns in der Redaktion, dennoch möchten wir Euch unsere persönlichen Favoriten nicht vorenthalten: Fünf nordbuzz-Redakteure, fünf Brötchen, fünf Meinungen.

Die Laugenecke – Der Favorit fürs Katerfrühstück

Leider war ich heute zu spät für die Laugenecken.

Zugegeben, ich gehe nie selbst Brötchen holen. Dafür quält sich mein Freund jedes Wochenende aus dem Bett, um welche bei der Bäckerei Trage im Neustädter Buntentorsteinweg 60 zu besorgen. So habe ich mich in den letzten Jahren sehr komfortabel durch das gesamte Brötchensortiment der Bäckerei gefrühstückt. Dabei war wirklich noch nie ein Gebäckstück in der Brötchentüte, das nicht schmeckte.

Egal ob klassische Normale, Joghurtdinkel- oder Weltmeisterbrötchen. Wirklich jedes Brötchen schmeckt! Woran das liegt? In der Traditionsbäckerei wird noch selbst gebacken und das scheinbar mit viel Liebe.

Entsprechend bunt ist auch das Sortiment. Besonders gut für Menschen, die sich genauso schlecht entscheiden können wie ich, ist das Sesambrötchen, bei dem die untere Hälfte mit Kürbiskernen bestückt ist. Da hat man gleich zwei Brötchen in einem. Alle die Kürbisbrot mögen, sollten hier zuschlagen. Ich habe nie ein fluffigeres gegessen!

Fürs Katerfrühstück mit Rührei sind die Laugenecken perfekt. Für die solltet Ihr allerdings nicht zu spät aufstehen.

Geöffnet hat die Bäckerei Trage montags bis freitags von 6.30 bis 19 Uhr, samstag von 6.30 Uhr bis 13 Uhr und sonntags von 8 Uhr bis 11.30 Uhr.

Anne Beny, Redakteurin

Die Knabberstange – Der Hipster unter den Brötchen

Das Brötchen meiner Wahl ist die Knabberstange der „Bakery“ in der Hamburger Straße 33, Peterswerder. Rosinen, Nüsse und Körner – zu einhundert Prozent Vollkorn – machen die gehaltvolle Backware für mich zu einem abwechslungsreichen Geschmackserlebnis. Satt macht sie sowieso. Obendrein sieht die Knabberstange anders aus, als Standardbrötchen. Irgendwie individueller und eleganter. Dieser Gesamterscheinung wird mit einem würdevollen Preis von einem Euro Rechnung getragen.

Die Knabberstange vor der „Bakery“.

Die „Bakery“ bekommt ihre Teigwaren unter anderem von der Effenberger Vollkornbäckerei aus dem Viertel täglich geliefert. Ein wichtiger Grund für viele Stammkunden, auch weil die Öffnungszeiten beider Läden sich unterscheiden. Das sagt Inhaberin Roya Heidari Ashtiani, die das Geschäft vor anderthalb Jahren übernahm. Die Iranerin kam vor 24 Jahren nach Bremen und schulte später zur Bäckerei-Fachverkäuferin um.

Nun betreibt sie den Laden auch als Stehcafé. Den Namen „Bakery – Cakes & Pastries – Baked Goods“, der in geschwungenen Lettern auf dem Schaufenster prangt, hat sie sich zusammen mit einem amerikanischen Stammkunden ausgedacht. Ihres Wissens nach die einzige „Bakery“ in Bremen. Dass das einladend urige Wohlfühlambiente und die herzliche Art der Verkäufer ein weiterer Grund für ihre Stammgäste sein dürfte, kann ich mir nur allzu gut vorstellen und komme gerne hierher. Ashtiani jedenfalls sagt lachend: „Ich bin zufrieden und ich glaube meine Kunden auch.“ Für mich und die Knabberstange gilt das allemal.

Geöffnet hat die „Bakery“ montags bis freitags von 6.30 bis 18 Uhr, samstags zwischen 7.30 und 13 Uhr sowie sonntags von 8 bis 11 Uhr.

Joschka Schmitt, Redakteur

Das individuelle Roggenbrötchen – auch vor der Frühschicht

Wenn ich aus einem früheren Leben in England eines gelernt habe, dann, dass zu viel Weizen sehr böse sein kann. Auf der Insel aber Roggenbrot zu finden, ist schwierig. In Bremen nicht. Und die besten Roggenbrötchen, die mir hier bisher begegnet sind, gibt es in der unauffälligen aber traditionsreichen Bäckerei Schmieder an der Friedrich-Ebert-Straße 153, Neustadt. 

Königsdisziplin Roggenbrötchen. Kann nicht jeder.

Trifft sich gut. Ich sympathisiere sowieso mit dieser Art von Geschäft, das sich noch mit gutem Gewissen Bäckerei nennen darf. Der Junior backt nach hauseigenen, individuellen Rezepten, die Seniors sind im Laden präsent. Das ist selten geworden. Im Ergebnis: Mein Roggenbrötchen ist hervorragend. Es bleibt bis in den Abend knackig und ist genau so herb, wie ein Roggenbrötchen sein muss. 

Preis: 45 Cent. Ein weiterer Vorteil: Die Öffnungszeiten ab 5.30 Uhr von Montag bis Samstag lassen sogar den Besuch vor einer klassischen Frühschicht zu. Und wer nach dem Frühstück keine Brötchen mehr braucht, greift auf die vielfältigen Konditorwaren zurück.

Tobias Picker, Redakteur

Ich mag es gerne schlicht, keine Körner, kein hippes Design, kein Tamtam.

Was macht ein gutes Brötchen eigentlich aus? Wenn ich das Patent-Rezept für das perfekte Mini-Brot wüsste, würde ich vermutlich mit einem Bauchladen in der City stehen und mir die Backwaren aus der Hand reißen lassen – gegen ein entsprechendes Entgelt, versteht sich. Ist aber nicht so, also bleibt mir nur eine persönliche Einschätzung.

Der Klassiker von Haferkamp.

Ich mag es gerne schlicht, keine Körner, kein hippes Design, kein Tamtam. Heißt: ich bevorzuge den Klassiker – ein ganz normales Brötchen. Doch auch in diesem Segment gibt es erhebliche Unterschiede. Zwei Parameter sind für mich entscheidend: Außen knusprig muss das Brötchen sein und innen zart. Genau so gibt's das in Bremen beim Bäckermeister Haferkamp in der Lloyd-Passage, Papenstraße 2-4, Innenstadt. Kostenpunkt: 34 Cent. 

Das Brotsortiment wird übrigens in einer eigenen Backstube frisch zubereitet. Das gefällt und wenn die Brötchen noch warm sind, schmecken sie selbstverständlich besonders gut. Ein zusätzliches Plus für den Bäcker mitten in der City: Sonntags ist der Laden von 8 bis 18 Uhr geöffnet – ideal für Langschläfer und Spätfrühstücker!

Timo Strömer, Leitender Redakteur

Die Seemöhre – innen fluffig, außen kross

Ganz ehrlich, mit Frühstück kann ich nun wirklich gar nichts anfangen. Wie das Wort schon beginnt: „Früh...“. Viel besser: Brunch. Und das auch erst zwei Stunden nach dem Aufstehen, besser noch später. Dafür fahre ich aber das volle Programm auf. Gute Brötchen sind dann Pflicht. Da ist es mir auch egal, dass mindestens drei Bäcker näher dran sind als Baalk Backbord. Denn nur dort gibt es die Seemöhre. 

Heidi Struck präsentiert die Seemöhre.

Zugegeben, ein recht eigenwilliger Name für ein Brötchen. Aber, so erklärt mir Verkaufsleiter Michael Baalk, um sich von den Mitbewerbern ein wenig abzusetzen, hätten alle Waren einen Namen mit nautischem Touch. Dem Geschmack tut das jedenfalls keinen Abbruch. Die Seemöhre ist einfach ein Brötchen, genau wie es sein sollte: Innen schön fluffig ohne matschig zu sein, und außen gerade so kross gebacken, dass mir beim Essen der Gaumen nicht aufgeschnitten wird. Dazu ein paar Körner drauf – perfekt. 

Zudem verzichtet Baalk Backbord auf tiefgefrorene Ware, die Rohlinge werden jeden Morgen am Hauptsitz in Verden frisch zubereitet. Meine Filiale an der Bismarckstraße 113, Fesenfeld, ist übrigens wirklich für Langschläfer geeignet. Am Samstag ist von 6.30 bis 13 Uhr geöffnet, am Sonntag von 8 bis 17 Uhr.

Lars Kattner, Redakteur

Eine Sache noch: Es handelt es sich in diesem Text um subjektive Eindrücke. Ihr habt andere Favoriten? Her damit, nutzt doch einfach die Kommentarfunktion.

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