Viel Krempel und jede Menge Erinnerungen

Geschichten aus Bremer Portemonnaies

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Eintrittskarten, ausländisches Geld, Kassenzettel, Fotos: In den Bremer Portemonnaies findet sich Anekdote um Anekdote.
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Ganz frisch in Bremen ist Annika (34). Nach zwölf Jahren Köln hatte die Ostfriesin wieder Bock auf den Norden. Immer mit dabei: Ein Foto von einem Paris-Trip mit ihren Mädels. „Die Reise war ein Geschenk zu meinem 30. Geburtstag. Seitdem trage ich das Bild immer mit mir herum“, sagt die selbstständige Make-Up-Artistin aus der Gete. Ansonsten sieht es in ihrem Portemonnaie recht aufgeräumt auf. „Dafür ist die Handtasche immer voll. Je größer, desto besser.“
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Auch Benny (28) aus der Neustadt hat ein Erinnerungsstück an einen Urlaub im Portemonnaie: Eine Day-Travelcard für London vom 17. Mai 2015. „Vor einem Jahr waren Freude und ich da. Gepennt haben wir in Hatfield, waren aber oft in London unterwegs.“ Ein teures Vergnügen? „Gar nicht. Wir haben eine geile Low-Budget-Tour gemacht und trotzdem echt viel erlebt – die Märkte von Camden, Kneipen und natürlich Skate-Parks.“
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Vier Jahre ist es her, dass Marita (31) für Dreharbeiten auf Ibiza war. „Da habe ich Nadja Lila kennengelernt, die in der Maske gearbeitet hat. Eine super Frau, die auch als Personal Assistant für P. Diddy arbeitet, wenn der auf der Insel ist. Und durch sie bin ich ins „Privilege“ zur Party „El dia de los muertes“ gekommen.“ Seitdem habe sie Nadjas Visitenkarte als Erinnerung an diese „tolle Zeit“ dabei, sagt die Tätowiererin, die gerade voll in der Mutterrolle ist.
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Paul (34) arbeitet als Koch im Camarillo an der Schlachte. Sein ständiger Begleiter: der Sozialversicherungsausweis. „Den hab' ich seit 2003 immer dabei. In der Gastro ist das so üblich, falls der Zoll vorbeischaut. Aber ich glaube, das hat sich geändert. Und vorzeigen musste ich das Ding auch noch nie. Ist aber auch egal, der bleibt als Andenken an meine Ausbildung in Cottbus dabei. Das muss so!“
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Bei Sarah (17) aus Bremen-Nord haben es sich im Portemonnaie seit einiger Zeit zwei Kino-Tickets gemütlich gemacht: „Die chillen da eben so rum“, lautet ihre einfache Begründung. Wobei: „Da hängen schon Erinnerungen an Freunde dran. Das ist halt so eine Macke von mir.“ Seit zwei Jahren ist die Karte für „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ dabei, vor einem Jahr kam „Jurassic World“ dazu.
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Simon (26) hat neben den üblichen Kassenzetteln einen Dollar dabei. „Mein letztes Geld aus den USA. Ich arbeite öfter drüben.“ Sein letzter Job? „Lift-Operator im Ski-Gebiet Beaver Creek in Colorado. Ich bin ein echter Tagelöhner.“ Jetzt will er aber erst mal eine Weile in Bremen bleiben. Und vielleicht tackert er dann seinen Dollar irgendwo an die Wand.

Warum tragen wir eigentlich ein Portemonnaie mit uns herum? Sicher, da ist im Idealfall Geld drin, auch Plastikkarten oder Perso. Aber ganz ehrlich: Viel wichtiger ist es doch als Hort für überflüssigen Krempel - und natürlich: Erinnerungen. nordbuzz hat in Bremer Portemonnaies geschaut.

Gleich vorweg, ich gebe es offen zu: Ich gehöre zur Kategorie der Portemonnaie-Messies. Vielleicht nicht in der stärksten Ausprägung, aber immerhin doch so sehr, dass sich bei mir - natürlich - alte Fußball-Tickets sammeln. Ganz zu schweigen von Kreditkarten-Belegen, Paket-Quittungen, Fotos und Kassenzetteln. Aber warum aussortieren? Immerhin sind mit den meisten Dingen doch schöne Erinnerungen verbunden. Und wie sieht das bei Euch aus? Ich habe mal nachgeschaut.

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